AUSGEWÄHLT Theater-, Performance- und Filmprojekt

AUSGEWÄHLT ist ein Theater-, Performance- und Filmprojekt, das sich mit Sexualität, Macht, Geduld, Verantwortung und Care-Arbeit auseinandersetzt. Im Zentrum steht ein feministischer Raum, in dem gewohnte Erwartungen an Begehren, Funktionieren und Rollenverteilungen bewusst unterbrochen werden.

Das Projekt untersucht, was passiert, wenn Männer Verantwortung für emotionalen Mental Load und Care-Arbeit übernehmen müssen und Frauen aufhören, zu kompensieren oder zu reparieren. Sexualität erscheint hier nicht als Leistung oder Ziel, sondern als Teil eines Lernprozesses, der Zeit, Unsicherheit und Geduld braucht.

Bevor AUSGEWÄHLT auf die Bühne oder vor die Kamera kommt, findet ein wesentlicher Teil der Arbeit in vorbereitenden, nicht öffentlichen Räumen statt.

Über Vorbereitung, Vertrauen und private Räume

Im Laufe dieses Jahres organisiere ich vier private Play-Partys, zu denen ausschließlich eingeladene Gäste Zugang haben. Diese Abende sind kein öffentliches Event, keine Performance und keine Probe im klassischen Sinn. Ich öffne diese Räume bewusst als geschützte Begegnungsräume im Rahmen der Projektvorbereitung.

Diese Partys sind Teil des künstlerischen Prozesses von AUSGEWÄHLT. Sie dienen dazu, Vertrauen zwischen den Mitwirkenden aufzubauen und einen Umgang miteinander zu entwickeln, der nicht auf Darstellung, Erwartung oder Funktionieren ausgerichtet ist.

Die Abende sind:

• privat und nicht öffentlich

• ausschließlich für geladene Gäste

• freiwillig und konsensbasiert

• nicht dokumentiert

• prozess- statt ergebnisorientiert

Ich öffne diese Räume, um einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschen sich an Nähe, Körperlichkeit und das Teilen von Sexualität im Beisein anderer gewöhnen können – ohne Druck, ohne Erwartung und ohne Verpflichtung zur Teilnahme.

Dabei ist wichtig:

Beobachten, Pausen, Rückzug oder Nicht-Teilnahme sind gleichwertige Formen der Anwesenheit. Es geht nicht darum, etwas zu zeigen oder zu leisten, sondern darum, Sicherheit im eigenen Tempo zu entwickeln und die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren.

Warum diese Räume Teil des Projekts sind

AUSGEWÄHLT beschäftigt sich mit Themen, die sich nicht rein theoretisch oder aus sicherer Distanz bearbeiten lassen. Nähe, Unsicherheit, Hilflosigkeit und Geduld lassen sich nicht spielen, wenn sie nicht zumindest ansatzweise erlebt werden dürfen.

Die privaten Play-Partys sind deshalb kein Zusatz, sondern Grundlage:

Sie ermöglichen, dass spätere Proben und Dreharbeiten ohne Zwang, ohne Grenzüberschreitungen und ohne implizite Rollenzuschreibungen stattfinden können.

Sexualität wird hier nicht als Spektakel verstanden, sondern als Teil menschlicher Erfahrung, die unterschiedlich gelebt wird und Zeit braucht. Vertrauen entsteht nicht durch Überschreitung, sondern durch Respekt, Klarheit und Wiederholung.

Vor dem Sichtbaren

Diese vorbereitenden Räume bleiben bewusst unsichtbar.

Sie sind kein Inhalt des Stücks, sondern seine Voraussetzung.

AUSGEWÄHLT beginnt lange vor der ersten Szene – in Räumen, die ich öffne, damit später etwas entstehen kann, das sich mit Sexualität beschäftigt, ohne auszustellen, zu vereinnahmen oder zu überfordern.